Dienstag, 13. März 2012

Freundschaften

"Ich plane eine strenge Überprüfung meines Kleiderbestandes 
und meines Zeitbudgets.
Meine Kontakte zu Menschen habe ich schon vor langer Zeit verringert.
Privat treffe ich nur noch Freunde oder solche, die es werden könnten.
Neulich bin ich selbst aussortiert worden von einer Frau,
der ich nicht mehr wichtig genug bin 
und die ihre Zeit lieber den Menschen widmen möchte, 
die ihr genügend bedeuten.
Das war hart für mich und von ihr aus konsequent und richtig."

... von Ildikó von Kürthy in der Brigitte.


via


Sehr interessante Textpassage. Ein Thema, was mich immer wieder beschäftigt, denn auch ich habe schon den ein oder anderen Kontakt zu Menschen abgebrochen, die mir nicht wichtig genug waren, die mich belogen oder unglücklich gemacht haben.

Im Herbst hat mich eine Frau gefragt, ob ich Patentante für ihr Kind werden möchte. Ich kenne diese Frau schon seit meiner Jugend, doch aus verschiedenen Gründen wollte ich diese Aufgabe nicht annehmen. Das habe ich auch mehr oder weniger versucht zu sagen und habe darauf hingewiesen, dass ich selber nicht mehr in der Kirche bin.

Einige Monate sind vergangen, bis ich diese Bekannte erneut getroffen habe und das Thema wieder auf den Tisch kam. Die Taufe würde bald anstehen, und sie würde mich ja gerne als Taufpatin haben ... Auf meine Aussage, dass ich mich wirklich sehr geehrt fühle, mir aber nicht wohl dabei ist, diese (in meinen Augen sehr wichtige) Aufgabe zu übernehmen, hat sich meine Bekannte umgedreht und ist gegangen.

Einige Tage später war ich froh, Nein gesagt zu haben. Denn wie wichtig ihr die Freundschaft zu mir war, hat mir ein Blick bei Facebook gezeigt - dort hat sie mich aus ihrer Freunde-Liste gestrichen.

Ist es in einer Freundschaft nicht erlaubt, seine Grenzen offen auszusprechen? 
Zeichnet sich eine Freundschaft nicht gerade dadurch aus, 
dass man ehrlich zueinander sein kann, ohne gleich böse zu werden?

Ich habe gemerkt, wie  gut es ist, wenn ich auf meinen Bauch höre. 
Ich bin mir selbst treu und lasse mich nicht verbiegen.
Ich freue mich über meine wahren Freunde, die mich so nehmen wie ich bin.
Und meine Freunde wissen, dass sie alles von mir bekommen können ... solange mein Bauchgefühl kein Problem damit hat  ....

Ich denke, dass nur eine längst ausgelaufene Freundschaft so ein Nein nicht übersteht.



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Liebe Grüße
Denise

Kommentare:

  1. Liebe Denise,
    es ist sicherlich trotzdem kränkend, selbst wenn Du authentisch geblieben bist. Und ja, eine echte Freundschaft sollte mehr aushalten können und vor allem nicht so "eingeschnappt" enden.
    Liebe Grüße, sicherlich bist Du auf diese eine Person nicht angewiesen und das ist ein Glück.

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  2. Echte Freunde sind nur die die mir die Wahrheit sagen und bei denen ich das auch kann, ohne mir vorher überlegen zu müssen ob das jetzt angebracht ist.
    LG Manu

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  3. Ehrlich gesagt wundere ich mich gerade, was diese Bekannte für ein Bild von dir hatte, dass sie dich überhaupt gefragt hat?! Sie müsste doch eigentlich wissen, dass du nicht zur Kirche gehst?!

    Dass sie deswegen so überreagiert finde ich albern. Ich bin auch der Meinung, dass Patentante eine wichtige Aufgabe ist (kann natürlich daran liegen, dass ich eine ganz wundervolle Patentante habe). Ich würde das niemandem anvertrauen wollen, der sich da nicht sicher ist.

    Finde es mutig, dass du es abgelehnt hast!

    Liebe Grüße

    Pony

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  4. hallo denise, dieses thema hat mich auch schon öfter beschäftigt, man sollte seine kostbare zeit so gut es geht nutzen und mit den menschen die man liebt verbringen. klar, manchmal geht das auch mal nicht..
    aber ich finde es gut, dass du nein gesagt hast, dazu gehört ja auch etwas mut. wenn diese frau noch eine wirklich wichtige freundin von dir gewesen wäre, hättest du es sicherlich gern gemacht.. also alles richtig entschieden!!
    liebe grüße, svenja

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  5. Du sprichst mir aus der Seele! Ich sortiere auch ständig meinen Freundesbestand aus/um und unterscheide auch stark zwischen Bekannten/guten Bekannten/Freunden/guten Freunden. Lieber eine Handvoll wirklicher Freunde, auf die ich mich auch im Sturm verlassen kann als 100 Leute, die bei einem lauen Lüftchen schon verschwinden!

    Lieben Gruß & einen bunten Tag
    Käthe

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  6. Liebe Denise,

    wie richtig deine Entscheidung war,siehst du an der Reaktion.
    Gräme dich nicht,ich hab viele Freunde verloren als es mir schlecht ging,als es mir aber wieder gutging,da wollten alle wieder mitfeiern.Nee,danke.Wahre und ehrliche Menschen sind wenige geworden,und doch gibt es sie.Man muß nur hinsehen.

    Laß dir nicht die gute Laune verderben,dass schlägt dir aufs Gemüt und die Familie kriegt es letztlich ab.Das ist es nie wert!!!

    Lieben Gruß und ein Sonnenscheinlächeln sendet dir
    Gudrun

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  7. Oh ja, das ist ein schwieriges Thema! Aber ich seh das genauso! Gerade das macht doch eine Freundschaft aus, dass man sich alles ehrlich sagen kann, auch wenn es mal nicht so tolles ist!

    Liebste Grüße,
    Hanna

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  8. Mein bester Jugendfreund hat "mit mir Schluss gemacht", vor mittlerweile ungefähr 6 Jahren. Er hat mir (auf meine Nachfrage hin) eine Email geschrieben, dass wir halt älter geworden sind und nicht mehr viel gemeinsam haben und er deswegen nicht mehr so viel mit mir zu tun haben kann/will. Daran hatte ich lange zu knabbern und es hat sehr, sehr weh getan. Ob ich heute darüber hinweg bin, weiß ich nicht einmal so ganz.

    Freundschaften beenden ist unglaublich schwierig. Ich habe das auch schon gemacht, allerdings nur mit Leuten, die ich eh kaum kannte.

    Ich sehe das allerdings wie du, wenn eine Freundschaft eine ehrliche Antwort nicht aushält, war es eh keine richtige Freundschaft. Und überhaupt: Wie praktisch, dass man heutzutage Freundschaften einfach per Knopfdruck bei Facebook beenden kann... Das ist ja auch nicht gerade die feine englische Art.

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  9. Liebe Denise,
    Freundschaft ist seit längerem auch ein Thema, was mich sehr beschäftigt. Seit dem mein Mann (damaliger Freund) und ich knapp 25km entfernt von meinem damaligen festen Freundeskreis (3 Freundinnen mit denen ich 6 Jahre zusammen studiert habe) weggezogen sind, hat sich dieser "Freundeskreis" leider in Luft aufgelöst. (Dabei sind es nur 20 Minuten Fahrt.) Ich denke, auf solche Menschen kann man getrost verzichten, auch wenn der Verlust immer noch an mir nagt. Ich versuche nach vorne zu schauen und mich nicht mehr zu grämen. Aber einen neuen Freundeskreis aufzubauen ist nicht einfach.
    Liebe Grüße,
    Nike

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  10. Oja, welch leidiges Thema…, aber ich glaube daran, dass Menschen im Laufe der Jahre sich ändern und dann irgendwie -manchmal auf einmal, manchmal schleichend- nicht mehr zusammen passen…und nur, weil du nicht Patentante sein möchtest, dich zu streichen..hm,..ich bitte dich, was ist das denn für 'ne Freundin?!….
    Ich lebe schon seit Jahren nach Käthe's Prinzip…richtig gute Freunde habe ich nur sehr wenig, aber auf die ist Verlass bei Wind und Wetter ;O)…und ich bin hart im Aussortieren…tut manchmal weh, aber war im Nachhinein meist auch eine gute Entscheidung, so eine Trennung ;O)
    Veel liefs,
    Maren

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  11. Liebe Denise, ein sehr gutes und wichtiges Thema! Ich habe aus Erfahrungen gelernt und achte mittlerweile sehr darauf, mich mit Menschen zu umgeben die mir gut tun und wo eine ausgeglichene Freundschaft besteht. Dass Deine Bekannte Dich aus ihrer Facebook-Liste gestrichen hat, sagt doch schon einiges über sie aus. Ich finde, Du hast für beide Parteien sehr gewissenhaft gehandelt. Ich habe lieber weniger intensive Freundschaften als 1000 sogenannte "virtuelle" Freunde. Liebe Grüße von Monika

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  12. Spannendes Thema! Ich halte es ähnlich wie du! So ein Erlebnis wie du hatte ich (zum Glück) noch nicht!
    Liebe Grüße! Sonja

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  13. Live is too short...indeed!
    Sie hätte bereits beim ersten Zaunpfahl reagieren müssen, bevor sie Dich in die Enge gedrängt hatte und Du mit dem GANZEN ZAUN um die Ecke kommen mußtest! Niemand sollte einen anderen Menschen auf diese Weise emotional erpressen.
    Und jetzt wieder positiv denken!!!
    LG Sandra.

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  14. Danke, dass Du dieses Thema so ehrlich aufgreifst. Ich habe auch schon abgesagt bei einer Anfrage, ob ich Patentante werden möchte. Es ist mir schwergefallen. Trotzdem war ich davon ausgegangen, dass diese langjährige Freundin meine Freundin bleiben würde, egal, ob ich nun Patentante werde oder nicht. Es schien für sie im ersten Moment auch kein Problem zu sein.

    Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich abgesagt habe, denn seit der Geburt des Töchterchens ist diese vermeintlich sehr gute Freundin keine gute Freundin mehr (trotz sehr grosser Rücksichtnahme meinerseits wegen dem Baby, mehrfacher Initiative und Gesprächen).

    Weh tut es immer, je näher man sich stand, desto mehr. Ich frage mich auch gerade, wie lange es dauert, bis man innerlich wirklich Abschied genommen hat von der Freundschaft, die man mal hatte... andererseits ist nun auch wieder Platz für eine andere Person, die einen dann hoffentlich weniger verletzt und enttäuscht, und das ist doch gut.

    Isabelle

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  15. Liebe Denise, deine Gedanken über Freunde, Zeit und Veränderungen kann ich sehr gut nachvollziehen. Anfang des Jahres habe ich mich eigentlich ständig über irgend-welche Unverschämtheiten oder Unsensibilitäten sogenannter Freunde geärgert, da sollte ich auch so einiges überdenken.
    Eine ähnliche Taufgeschichte habe ich auch erlebt, doch glücklicher-weise hat die mich fragende Mutter selbst gemerkt, daß ich nicht die Patin werden möchte. Sauer war sie auch. That´s life! Liebe Grüße und noch eine schöne Woche, Ute

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  16. danke für diese worte
    bedeutet mir gerade sehr viel.

    herzliche grüsse
    brigitte

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  17. Hm ... das ist wirklich ein heikles Thema. Ich denke, dass viele Menschen hinsichtlich ihrer Kinder keinerlei "Kritik" vertragen. Deine Bekannte hat deine Absage anscheinend als mangelnde Zuneigung zu diesem verstanden.
    Ich finde es übrigens SEHR gut, dass du diese Aufgabe ernst nimmst! Das ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich.
    (Nebenbei: Mann kann keine kirchliche Patenschaft eingehen, wenn man nicht Mitglied einer evangelischen oder katholischen Kirche oder Freikirche ist. Ich konnte nur Patentante meiner Nichte werden, nachdem ich eine Mitgliedsbestätigung meiner Freikirche bei der staatlichen Kirche vorgezeigt hatte.)

    Liebe Grüße

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  18. von fräulein ordnung hätte ich es auch nicht anders erwartet, als dass es in der zwischenmenschlichen ornung auch klarheit liebt...
    bauchgefühl steht über allem! fühl dich gut mit deiner entscheidung!
    stärkende grüße von birgit

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  19. Ich denke, jederhat sich schon malvon Freundschaften verabschiedet, bzw. wurde verabschiedet. Manchmal fuehrt das zu Erleichterung auf beiden Seiten, manchmal ist man erstaunt, wiewenigeinem diese Trennung ausmacht und manchmal tut es aber auch richtig weh. Vor allem, wenn einem selbst an der Beziehung viel liegt,dem anderen aber offenbar nichts mehr. Natuerlich ist die Reaktion Deiner Freundin ein bisschen "kindisch", andererseits fuehle ich auch etwas mit ihr. Vielleicht warst Du ihr als Patin ganz wichtig, ohne dass Du selbst auch nur ahnst warum. Nun hast Du sie - egal wie freundlich - zurueckgewiesen und sie dadurch bestimmt verletzt. Das heisst nicht, dass Du fuer Dich nicht die richtige Entscheidung getroffen hast, aber vielleicht war es eben fuer sie die falsche. Und vielleicht war dieser drastische Schnitt fuer sie die zu dem Zeitpunkteinzige Moeglichkeit, damit umzugehen? Das ist keine Kritik an Deinem Verhalten, Du hattest alles Recht der Welt,diese Bitte abzulehnen. Aber alleshat eben 2 Seiten und wenn sie durch diese Trennungbesser mit der Zurueckweisungklarkommt,ist das auch in Ordnung, finde ich.
    LGvon ganz weit weg,
    Nessie

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  20. Liebe Denise, ich kann deinen Worten und Gedanken nichts hinzufügen. Du hast ganz Recht und das Zitat trifft es einfach auf den Punkt. Ich finde es auch ein ganz schwieriges Thema, da es natürlich sehr hart und verletzend sein kann bzw. ist, aber eine Freundschaft sollte doch gut tun und vor allem ehrlich sein.. Ich finde deine Entscheidung sehr mutig und konsequent!! Die liebsten Grüße, Gesa

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  21. Hallo Denise,
    ursprünglich wollte ich mich nur von der Ordnung inspirieren lassen, jetzt hast du mich zum Thema Freundschaft inspiriert - habe das Gefühl auch grad von einer langjährigen Freundin aussortiert zu werden, vermutlich aus ähnlichen Gründen wie bei dir.
    Vielleicht muss man es einfach so halten wie Ildiko.
    Viele Grüße
    Anne

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Fräulein Ordnung sagt DANKESCHÖN für Deinen netten Kommentar!